
Bucket List Trip: Inselhüpfen über die Bahamas
Rund 700 Inseln, und die schönsten sieht man aus dem eigenen Cockpit
Von Lars Holling
Rund 700 Inseln, und die schönsten davon sieht man am besten aus dem eigenen Cockpit. Eine meiner eindrucksvollsten Reisen führte mich von Florida auf die Bahamas. Es war eine der schönsten Reisen meines Lebens.
Wir waren eine kleine Gruppe mit Freunden und drei Flugzeugen: zwei Piper PA-28 und eine Cessna 182. Eine der Maschinen bin ich selbst geflogen.

Die Distanz wirkt fast harmlos: Von der Küste Floridas sind die ersten Inseln nur rund 50 nautische Meilen entfernt. Dahinter beginnt eine andere Welt aus türkisen Lagunen, Riffen und Sandbänken.
Film auf YouTube ansehenChubb Cay: unser erster Stopp
Unsere erste Landung auf den Bahamas war Chubb Cay auf den Berry Islands. Die Insel war für uns Airport of Entry, hier begann die Reise also mit Zoll und Einreise.

Inzwischen hat ein texanischer Ölmilliardär Chubb Cay gekauft. Wer die Insel heute besuchen möchte, muss Mitglied werden und zunächst 60.000 US-Dollar bezahlen. Unsere Reisen planen wir deshalb mit einem anderen Airport of Entry.
Harbour Island: der Strand mit dem rosa Schimmer
Von Chubb Cay flogen wir weiter nach North Eleuthera. Dort setzten wir mit dem Boot nach Harbour Island über, denn wir wollten zum berühmten Pink Sands Beach. Die Farben dort sind einfach unglaublich: Der Sand schimmert tatsächlich rosa, und das Wasser davor leuchtet türkis.

Die Überfahrt von Eleuthera ist kurz. Auf der Insel wartet außerdem Dunmore Town mit kleinen historischen Häusern, und alles Wichtige ist schnell erreicht.
Norman's Cay: das Wrack in der Bucht
Von North Eleuthera ging es weiter nach Norman's Cay. Die Insel wirkt heute friedlich, hat aber eine wilde Geschichte. Ende der 1970er Jahre war sie eine Drehscheibe des Medellín-Kartells um Pablo Escobar: Von hier flogen die Maschinen das Kokain in die USA.


Im flachen Wasser vor der Insel liegt bis heute ein Flugzeugwrack aus dieser Zeit. Der Pilot hatte sich wohl bei Weight and Balance verrechnet, oder er musste das Flugzeug zu voll beladen. Für Piloten ist der Anblick etwas Besonderes: Beim Anflug liegt das Wrack gut sichtbar unter der Wasseroberfläche.
Exumas: Schweine, James Bond und ein Yacht Club
Von Norman's Cay flogen wir nach Staniel Cay. Die Exumas sind das Herz dieser Route, denn nirgends liegen so viele Höhepunkte so dicht beieinander. Staniel Cay ist dafür die ideale Basis.

Nach Big Major Cay fuhren wir von Staniel Cay aus mit dem Boot. Hier leben die berühmten schwimmenden Schweine. Das klingt nach einem Werbegag, bis die Tiere tatsächlich durchs Wasser auf Sie zukommen.


Die Thunderball Grotto lag auf dem Rückweg, also schauten wir sie uns gleich noch an. Bekannt wurde die Höhle durch den James-Bond-Film „Feuerball“ von 1965. Hinein geht es schwimmend, und mein Tipp: Bei Ebbe ist es einfacher. Innen fällt das Licht durch die Öffnungen im Fels auf türkises Wasser.

Zum Staniel Cay Yacht Club gehört unbedingt ein Abendessen. Reservieren Sie sich dort einen Tisch, es ist einfach klasse.


Little Farmer's Cay: durchs Gartentor an den Strand
Von Staniel Cay flogen wir weiter nach Little Farmer's Cay. Hier landet man, geht durch ein Gartentor und steht direkt am Strand. Wo sonst auf der Welt gibt es das?

Für mich zeigt dieser Moment, warum sich das Selberfliegen hier so lohnt. Einen langen Transfer gibt es nicht. Zwischen dem abgestellten Flugzeug und dem kristallklaren Wasser liegen nur ein paar Schritte.
Long Island: Stella Maris und Dean's Blue Hole
Long Island liegt weiter im Südosten und ist deutlich ruhiger als die bekannten Inseln. Stella Maris ist hier unser Anlaufpunkt, mit Palmen und langen Stränden.
Das eigentliche Naturschauspiel wartet bei Clarence Town. Dean's Blue Hole fällt direkt neben dem Strand auf rund 202 Meter ab und zählt zu den tiefsten Blue Holes der Welt. Freitaucher aus aller Welt trainieren hier und treten bei Wettkämpfen an. Aus der Luft zeigt sich der Kontrast am besten: ein fast schwarzblauer Kreis mitten im Türkis.

Selbst fliegen oder mitfliegen
Diese Reise können Sie mit uns erleben: zwölf Tage Bahamas und Florida in der Cessna 182, am Steuer oder als Mitflieger.
Zwei Wege ins Cockpit
- Mit eigener Lizenz
- Sie fliegen selbst. Ihre europäische Lizenz lässt sich in Florida in eine FAA-Lizenz umschreiben, mit Einweisung und Checkflug in Tampa. Wir organisieren das für Sie.
- Ohne Lizenz
- Sie reisen als Mitflieger neben einem erfahrenen Piloten.
Die beste Zeit für die Inseln ist von Dezember bis April, dann sind Gewitter selten. Von Juni bis November läuft die Hurrikansaison. Die erste Landung erfolgt an einem Airport of Entry mit Zoll und Einreise.



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